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Fahnenweihe bei der FF FreyungÜber das "vom hiesigen Freiw. Feuerwehr-Corps auf den Pfingstmontag (21. Juni 1886) anberaumte, aber durch das entsetzliche Unglück auf dem bayerischen Königsthrone so jäh abgebrochene Fest der Fahnenweihe" berichtet die die Freyunger Waldpost 1886 Nr. 70: Bereits am Abend des Hl. Pfingstfestes waren außer der zum Fest hierher gerufenen Kapelle des Passauer Infanterie-Regiments einige ferner gelegene Festkorps , z.B. Winterberg und Spegelau, eingetroffen und vom Festkomitee empfangen worden. Abends gab es Zapfenstreich durch den Markt mit Ständchen vor der Fahnenmutter, Frau Therese Eberl, der Gemahlin des Herrn Bürgermeisters. Im Schloss Wolfstein ward Herrn Bezirksamtmann ein Morgenständchen dargebracht worden. Pfarrer Lichtenegger hielt die Festpredigt. In Nr. 71 wird weiter berichtet: Nach der festpredigt wurde der kirchliche Weiheakt vorgenommen. Die bei dieser Gelegenheit entfaltete Fahne stellt sich als ein Kunstwerk der Seidenstickerei dar, hervorgegangen aus dem Institute der Englischen Fräulein zu Freudenhain in Passau und um den sehr bescheidenen Preis von 350 M geliefert. Auf rot- und weißseidenem Viereck auf einer Seite das Wappen des Marktes Freyung, auf der anderen der Wahlspruch der Feuerwehr: "Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr!". Gürtler Peter aus Passau aber hat die Stange samt einem aus Messing gegossenem Feuerwehrmann (Steiger mit silberner Rettungsleine am Rücken) in meisterhafter Weise hergestellt. Die Kosten für die letztere Arbeit hat der Gatte der Fahnenmutter, Herr Bürgermeister Eberl, beglichen. (Die Kaufmannswitwe Therese Pröll stiftete der Feuerwehr 400 M für die neue Fahne). Nach dem Gottesdienst bewegte sich der Festzug zur auf dem Marktplatz aufgestellten Tribüne. Auf derselben nahm die Fahnenmutter, umgeben von den in weiß- und blauseidener Festtoilette prangenden Festjungfrauen, den Fräuleins Kreszenz und Käthe Lang, Gretl Blöchl und Creszenz Heydn, samt dem Feuerwehrhauptmann, Herrn Marktschreiber Walk, Platz. Die Fahnenmutter überreichte dann Bänder an den Patenverein Grafenau (goldbestickte Erinnerungsbänder). Weißrote Bänder erhielten die erschienenen Vereine Altreichenau, Büchlberg, Bischofsreut, Fürsteneck, Grainet, Haselbach, Haus, Herzogsreut, Hinterschmiding, Hohenau, Hutthurm, Karlsbach, Kleinphilippsreut, Kreuzberg, Kuschwarda, Mauth, Perlesreut, Preying, Röhrnbach, Schönberg, Schönanger, Waldkirchen, Winterberg und der Veteranen- und Kriegerverein Freyung. Der Feuerwehrhauptmann dankte der Stifterin der Fahne, Frau Therese Pröll. Eben sollte der Festzug aufgestellt werden, als Herr Bezirksamtmann Gleißner dem Festkomitee das plötzliche Ableben, Seiner Majestät des Königs mitteilte. Wie ein Blitz aus heiterem Himmel kam diese Nachricht. Der Zug löste sich auf. Das Fest nahm einen unvergeßlichen Abschluß.
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