Einsatz Nr. 50
06.05.2026 20:03 Uhr
Um kurz nach 20 Uhr wurden wir gestern Abend als örtlich zuständige Wehr zusammen mit den Kameraden aus Winkelbrunn, Kreuzberg, Köppenreut/Falkenbach und Hinterschmiding zu einer starken Rauchentwicklung mit Personen in Gefahr am „Hammer“ alarmiert. Da sich alle Führungskräfte bei einer Gruppenführerbesprechung im Stadtgebiet befanden, konnten sowohl der Kommandowagen als auch die ersten Fahrzeuge zügig besetzt werden. Der Kommandowagen mit Einsatzleiter und 1. Kommandant Michael Grünzinger war bereits ca. 1 1/2 Minuten nach Alarmierung an der Einsatzstelle und konnte die massive Rauchentwicklung bestätigen, weshalb er sofort 8 weitere Atemschutzgeräteträger nachalarmieren ließ. Während der Erkundung schrien mehrere Personen, die vom Rauch eingeschlossen waren, von Fenstern und Balkonen um Hilfe bzw. es wurde von vermissten Personen, darunter auch Kinder und gehbehinderte ältere Personen, berichtet. Es wurden umgehend weitere 8 Atemschutzgeräteträger nachalarmiert. Da es sich bei dem Brandobjekt um einen Gebäudekomplex mit insgesamt 4 Häusern handelte, trat aus mehreren Bereichen massiver Rauch aus, der eigentliche Brandherd konnte zuerst nicht genauer lokalisiert werden. Die ersten Atemschutztrupps hatten trotz Wärmebildkamera Schwierigkeiten, sich im Brandobjekt vorzuarbeiten und nach vermissten Personen zu suchen. Der Einsatz wurde in insgesamt vier Abschnitte untergliedert. Abschnittsführer waren 2. Kommandant FF Freyung Christian Stolz, KBM Markus Lösslein, 1. Kommandant FF Kreuzberg Patrick Praml sowie Lothar Ilg von der FF Kreuzberg. Laut Polizei waren in den betroffenen Häusern über 40 Personen gemeldet, die nach und nach gerettet wurden. Viele Personen wurden über Leitern der Feuerwehr (Drehleiter, Schiebeleiter, Steckleiter) gerettet, andere mussten das Gebäude übers verrauchte Treppenhaus in letzter Sekunde verlassen. Mit mehreren Überdrucklüftern versuchte man den Rauch aus den Treppenhäusern zu bringen. Zeitgleich wurde versucht den Kellerbrand mit mehreren C-Rohren einzudämmen, was sich auf Grund der Sichtverhältnisse und dem verwinkelten Keller schwierig gestaltete. In den Wolfsteiner Werkstätten wurde eine Betroffenensammelstelle eingerichtet, in der schlussendlich 41 Personen registriert wurden, die gerettet werden konnten. Über den Bürgermeister der Stadt Freyung, Dr. Olaf Heinrich, wurden Ersatzwohnungen, Bustransfer und Getränke für die Einsatzkräfte organsiert. In mehreren Lagebesprechungen mit allen Abschnittsführern sowie Führungsdienstgraden der Kreisbrandinspektion, Rettungsdienst und Polizei wurde das weitere Vorgehen besprochen und koordiniert, sowie die geretteten Personen gelistet. Der ELW des Landkreises Freyung-Grafenau sowie die Führungsunterstützung der FF Winkelbrunn waren mit der Einsatzdokumentation sowie der „Arbeit im Hintergrund“ betraut. Mehrere Tiere, darunter Hunde, Katzen und Meerschweinchen konnten ebenfalls augenscheinlich nicht schwerer verletzt aus den verrauchten Gebäuden gerettet und den Besitzern übergeben werden. Auf Grund des hohen Bedarfs an Atemschutzgeräteträgern wurden im Einsatzverlauf weitere Atemschutzgeräteträger sowie die Atemschutzkomponente der FF Schiefweg nachalarmiert, die auch für die Atemschutzhygiene verantwortlich war. Die Atemschutzsammelstelle registrierte insgesamt 30 Atemschutztrupps und koordinierte die Atemschutzüberwachung. Parallel wurde über den Zugang der Zuppinger Straße ein zusätzlicher Löschangriff initiiert. Nachdem alle Personen, die sich bemerkbar machten, gerettet waren, wurden alle Wohnungen nochmals mit mehreren Trupps durchsucht. Nachdem auch diese Absuchen negativ verliefen, konnten wir uns auf die Entrauchung des Kellers sowie Ablöschen der Glutnester konzentrieren. Vom Energieversorger wurde der ganze Komplex stromlos geschalten. Zwischenzeitlich mussten für Betroffenen noch Medikamente und sonstige wichtige Gegenstände aus dem Gebäude geholt werden. Laut unseren Informationen wurden zwar einige Personen zur Untersuchung ins Krankenhaus verbracht, schwer verletzt wurde jedoch niemand. Gegen 00:30 Uhr konnten wir schließlich die Einsatzstelle an die Kriminalpolizei übergeben und ins Gerätehaus einrücken. Hier mussten wir noch Gerätschaften reinigen und Material auffüllen, weshalb unser Einsatz erst nach 2 Uhr beendet war. An dieser Stelle muss explizit die hervorragende Zusammenarbeit aller Einsatzkräfte, insbesondere das beherzte Vorgehen aller Atemschutzgeräteträger besonders hervorgehoben werden. Nur dadurch konnte die sich zu Einsatzbeginn abzeichnende Katastrophe verhindert werden. Knapp 300 Einsatzkräfte von 14 alarmierten Feuerwehren, Kreisbrandinspektion, Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung, Rettungsdienst und Polizei waren vor Ort. Über die Brandursache und Schadenshöhe kann von Seiten der Feuerwehr keine Aussage getätigt werden.
Im Einsatz waren:
Florian Freyung 10/1, 11/1, 21/1, 30/1 und 40/1
Kater Freyung Grafenau 56/1
Florian Winkelbrunn 14/1 und 43/1
Florian Kreuzberg 14/1 und 43/1
Florian Köppenreut/Falkenbach 44/1
Florian Hinterschmiding 14/1, 41/1 und 58/1
Florian Neureut/Aigenstadl 46/1
Florian Kumreut 43/1
Florian Karlsbach 14/1 und 43/1
Florian Ringelai 14/1, 41/1 und 55/1
Florian Herzogsreut 46/1
Florian Grainet 11/1 und 40/1
Florian Fürholz 43/1
Florian Schönbrunn am Lusen 14/1 und 43/1
Florian Schiefweg 55/1 mit AB-Atemschutz
KBM Lösslein
KBM Weber
KBM Tauber
KBI Feuchter
KBR Bauer
UG-ÖEL
6 RTW
2 Notärzte
Einsatzleiter Rettungsdienst
mehrere Streifen der Polizeiinspektion Freyung
1 Streife der Kriminalpolizeiinspektion Passau
1.Bürgermeister der Stadt Freyung Dr. Olaf Heinrich
Energieversorger
Busunternehmen
Lang Bräu Freyung