27.09.2026 09:00 Uhr

Bereits seit mehreren Monaten laufen im Hintergrund die Vorbereitungen für eine groß angelegte MANV-Übung (Massenanfall von Verletzten) im Krankenhaus Freyung. In mehreren Vorbesprechungen wurde gemeinsam der „Feuerwehrpart“ dieser umfangreichen Übung ausgearbeitet. Der Schwerpunkt lag dabei insbesondere auf der Erprobung der krankenhausinternen Abläufe und Notfallkonzepte.

Um kurz nach 9 Uhr wurde die Feuerwehr Freyung zunächst über Funk zur Unterstützung bei einer Reanimation in der Psychosomatik ANANKE angefordert. Vor Ort wurde das Vorgehen in enger Abstimmung mit dem Notarzt und dem Rettungsdienst koordiniert. Parallel wurde die Drehleiter zur möglichen Personenrettung in Stellung gebracht und weiteres Personal mit einem Spineboard zur Bereitstellung beordert. Letztlich konnte die schwergewichtige Übungspuppe mit vereinten Kräften aus dem 1. Obergeschoss getragen und an den Rettungsdienst übergeben werden.

Nachdem dieses erste Übungsszenario abgearbeitet war, wurden die Feuerwehren Freyung, Winkelbrunn und Hinterschmiding in den Bereitstellungsraum am Freibadparkplatz beordert. Dort wurde bereits das zweite Szenario vorbereitet. Kurz vor 10 Uhr erfolgte schließlich über Funk die Alarmierung: „Explosion in einem Mehrfamilienhaus, Zimmerbrand, mehrere vermisste Personen.“

Beim Eintreffen der ersten Einsatzfahrzeuge bot sich den Einsatzkräften ein eindrucksvolles Szenario. Aus dem 1. Obergeschoss der Psychosomatik drang massive Rauchentwicklung, gleichzeitig waren Schreie von Verletzten sowie das Piepen der Brandmeldeanlage zu hören.

Mehrere Trupps rüsteten sich umgehend mit schwerem Atemschutz aus und begannen mit der Menschenrettung und Brandbekämpfung. Neben dem Einsatzabschnitt „Innenangriff“ wurde auch ein eigener Abschnitt „Patientenübergabe“ eingerichtet, der die Koordination und Übergabe der geretteten Personen an den Rettungsdienst übernahm.

Während sich einige Verletzte selbstständig aus dem Gebäude retten konnten, mussten zahlreiche weitere Personen bewusstlos aus den verrauchten Bereichen gerettet werden. Insbesondere für die Atemschutzgeräteträger und die eingesetzten Kräfte zur Tragehilfe war dies eine äußerst anstrengende und schweißtreibende Aufgabe.

Insgesamt konnten die Atemschutztrupps 13 Verletzte aus den Brandräumen retten, eine Vielzahl von Verletzten liefen direkt in die Notaufnahme, wo das Krankenhauspersonal entsprechende Notfallkonzepte aufrufen musste. Die Übungsdarsteller waren dabei allesamt realitätsnah geschminkt und bewiesen darüber hinaus ein beeindruckendes Schauspieltalent, wodurch das Szenario für die eingesetzten Kräfte äußerst realitätsnah wirkte.

Die Feuerwehr Winkelbrunn übernahm die Führungsunterstützung. Hier wurden der Einsatzablauf dokumentiert und eine Lagekarte geführt. Über die Drehleiter wurde zudem ein Außenangriff aufgebaut.

Gegen 11:30 Uhr war das Übungsszenario für die Feuerwehren und das umfangreiche Aufgebot des Rettungsdienstes beendet.

Neben zahlreichen Übungsbeobachtern aus dem Krankenhaus machten sich auch Landrat Sebastian Gruber, Kreisbrandrat Martin Bauer, Kreisbrandinspektor Michael Feuchter, Kreisbrandmeister Markus Lösslein sowie Franz Stöbich und Thomas Thurnreiter vom Sachgebiet 30 des Landratsamtes Freyung-Grafenau ein Bild von der groß angelegten Übung.

Die zahlreichen wichtigen Erkenntnisse aus den verschiedenen Übungsszenarien werden nun gesammelt, ausgewertet und in einer gemeinsamen Nachbesprechung aufgearbeitet. Gerade bei einem möglichen Massenanfall von Verletzten sind klar abgestimmte Abläufe und eine reibungslose Zusammenarbeit zwischen Krankenhaus, Feuerwehr und Rettungsdienst von entscheidender Bedeutung.

Übungsbeteiligt waren:

Florian Freyung 10/1, 11/1, 21/1, 30/1 und 40/1

Florian Winkelbrunn 14/1 und 43/1

Florian Hinterschmiding 41/1

eine Vielzahl von Rettungswagen

mehrere Notärzte

Einsatzleiter Rettungsdienst

Krankenhauspersonal